Funktion der unterdruckdose am Verteiler

Hi ,
kann vielleicht mal einer der Spezis hier die Funktion der Unterdruckdose am Zündverteiler für einen 2l Vergaser Motor erklären - betrifft obenliegenden Verteiler. ist das eine Leerlaufspätvertstellung oder eine Frühverstellung mit steigender drehzahl - irgendwie macht bei mir die Unterdruckdose gar keine Funktion, weder wenn ich den Schlauch abziehe, noch wenn ich die Drehzahl anhebe.
Zieht man bei der Zündungseinstellung den Unterdruckschlauch ab oder lässt in drauf ??

danke

Gruß...Bernd

<span class="anonymus">von: altmannb</span>

Durch den steigenden Unterdruck bei steigender Drehzahl wird die Zündung Richtung Frühzündung verstellt und durch Fliehkraft. Was jetzt wie stark wirkt weiß ich auch nicht.
Lässt sich mit dem Stroboskob kontrollieren.
[URL=http://www.my-spider.de/Fiat-Spider_Werkstatthandbuch__GER_.pdf]http://…]
Seite 196
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Schlauch dicht / verstopft, Mechanik der Dose noch gängig...

Freundliche Grüße,

Christoph Hain

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Hallo,

bei der Zündeinstellung bleibt der Schlauch drauf.
Funktion: Der Unterdruck im Ansaugstutzen wirkt auf eine Membran in der Unterdruckdose, welche die Zündung in Richtung "Früh" verstellt.
Die Membran wird oft undicht und deine Unterdruckverstellung funktioniert nicht mehr. Die Funktion kannst du jedoch leicht prüfen. Nimm einen Schlauch und stecke diesen auf die Unterdruckdose.
Kannst du am anderen Ende des Schlauches durchblasen, dann ist die Membran defekt. Ist dem nicht so und bewegt sich der Mitnehmer der Unterdruckdose in Richtung Dose, wenn du am Schlauch saugst, dann stimmt etwas mit dem Schlauch vom Ansaugstutzen nicht (verstopft, porös, ...)

Gruß,

Stefan

Gast
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Die Unterdruckverstellung ist in der Praxis nicht ganz so wichtig.

Sie spart im Teillastbereich etwas Sprit, da der Motor bei Teillast mit einem früheren Zündzeitpunkt läuft. Da bei Vollast kein Unterdruck da ist, hat sie auf die Leistung keinen Einfluß.

Gruß, Marcus

von: MarcusMüller

Gast
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[QUOTE=Snoopy]Durch den steigenden Unterdruck bei steigender Drehzahl wird die Zündung Richtung Frühzündung verstellt und durch Fliehkraft. Was jetzt wie stark wirkt weiß ich auch nicht.
Lässt sich mit dem Stroboskob kontrollieren.
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Schlauch dicht / verstopft, Mechanik der Dose noch gängig...[/QUOTE]

Habe ich gerade erst gelesen.

Mit der Drehzahl hat das nichts zu tun - nur mit der Gaspedalstellung. Bei Vollgas ist die Drosselklappe ganz offen, daher ist der Druck hinter der Drosselklappe dann in etwa gleich dem Umgebungsdruck. Ohne Gas dagegen gibt es hier einen mehr oder weniger starken Unterdruck.
Den Druck nennt man auch Ladedruck (auch bei nicht Turbomotoren). Kann halt ohne Aufladung nur max. gleich dem Umgebungsdruck sein.

Die Verstellung mit der Drehzahl läuft über die Fliehkraftverstellung im Verteiler.

Gruß, Marcus

von: MarcusMüller

Hallo Bernd,

an deiner Stelle würde ich die Unterdruckverstellung wieder in Ordnung bringen. Die Zündverstellung bringt gerade beim Beschleunigen, sprich beim Übergang zwischen Leerlauf und Teillast einen Drehmomentgewinn.
Außerdem sind die Kosten für eine Unterdruckdose überschaubar (etwa 40€) und gewechselt ist das Teil in weniger als 30min.

Gruß,

Stefan

Gast
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danke an alle für die hilfreichen Tipps - werde die Unterdruckdose mal prüfen.
bewegen tut sich mal nichts wahrscheinlich defekt, obwohl erst vor 1 1/2 Jahren der Verteiler für 150€ von Schiminsky überholt wurde und dabei auch die Unterdruckdose lt. Rechnung getauscht wurde.

danke

gruß....Bernd

von: altmannb

Gast
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Hi all,
ich habe das mal getestet, die Membrane ist dicht, wenn ich am Schlauch sauge bewegt sie sich Richtung Unterdruckdose , am Schlauch liegt im Standgas Unterdruck an und der Unterdruck wird kleiner wenn ich Gas gebe.
Wenn ich den Schlauch aufstecke und Gas gebe passiert an der Unterdruckdose
nichts - habe auch den Unterdruckschlauch auch mal ausgetauscht, trotzdem keine Funktion - Gestänge von der U-Dose schwergängig ???.
Weiss jemand was für ein Unterdruck anliegen muss - ich habe mal gemessen
im Standgas ca 600mbar, wenn man Gas gibt fällt der Unterdruck bis auf 100mbar runter , ist das ok oder zuwenig um die Membrane derU-Dose zu
bewegen.

Noch eine Frage zur Verständnis : wo muss der Unterdruckschlauch angeschlossen sein - oberhalb der Drosselklappe oder unterhalb - bei mir ist der Anschluss am Ansaugstutzen unterhalb, mein Weber Vergaser 34ADF bietet keinen Anschluss dafür , ich bin mir nicht mehr sicher aber vor meinem Umbau hatte ich den US Vergaser 24/32 ADHA drauf und der hatte den Anschluss für die Unterdruckdose oberhalb der Drosselklappe

gruß....Bernd

von: altmannb

Gast
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Hi Stefan,
danke für deine Unterstützung - könntest du mir vielleicht ein Foto schicken
wo der Unterdruckanschluss am Vergaser sitzt. Ich habe zwar ein paar Bohrungen mit Gewinde dort, aber es sitzt kein Stutzen drauf und die Bohrungen sind dicht - muss ich da das aufbohren(wenn ja wie groß) und einen Stutzen erst anbringen ???
Bin etwas ratlos

gruß.....Bernd

von: altmannb

Hallo Bernd,

hab heute mal den Synchrontester an den Unterdruckschlauch angeschlossen und im Stand und somit ohne Last getestet (Einspritzer, aber die Verhältnisse sollten ähnlich sein).
Drosselklappe zu (Leerlauf): etwa 0 bar rel.
Drosselklappe ganz leicht geöffnet (Drehzahl ~ 1500 1/min): etwa -200 mbar rel.
Drosselklappe leicht geöffnet (Drehzahl ~ 2000 1/min): etwa -400 mbar rel.
Drosselklappe geöffnet (Drehzahl ~ 2700-3000 1/min): etwa -600 mbar rel.

Im Stand sind die Unterdruckwerte etwas nervös. Aber als Anhaltspunkt sollten sie genügen.

Gruß,

Stefan

Gast
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Hi Stefan,
danke noch mal für deine Mühe - aber die Druckwerte sind genau umgekehrt wie bei mir -
deswegen glaube ich das der Anschluss für den Unterdruckschlauch oberhalb der Drosselklappe sein müsste und nicht wie bei mir am Ansaugstutzen ( siehe
Bild von meinem Vergaser-Schlauch mit Schelle ) aber ich habe am Vergaser wie aus dem Bild ersichtlich nur Bohrungen aber keinen Anschluss oberhalb der Drosselklappe mehr : Vieleicht kann mir mal einer der einen 34ADF fährt ein Bild von seinem Vergaser schicken .

danke

Gruß.....Bernd

von: altmannb

Joo,

wie bereits geschrieben sitzt die Bohrung oberhalb der Drosselklappe zum Luftfilter hin.
Die Bohrungen am Ansaugkrümmer sind für den Bremskraftverstärker und die Rückführung der Tankdämpfe aus dem Aktivkohlefilter (ich glaube das hat der Vergaser nicht :( ).
Mit den Vergasermodellen vom Spider kenn ich mich nicht aus und hab auch keine Unterlagen. Aber da findet sich sicherlich jemand, der sich da auskennt ...

Gruß,

Stefan

normaler weise hat der adf meiner meinung nach einen unterdruckanschluß

bei mir ist er auf der linken seite zum kühler hin unten am sockel

gruß
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am Sonntag den 07.12.2025 im Cafe del Sol in Krefeld ab 10.00 Uhr

 

 

 

Gast
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Hi Holger,
meinst du etwa diesen Anschluss (siehe linkes Bild) - der ist aber vom Querschnitt deutlich stärker als gewöhnlich der Anschluss für den Unterdruckschlauch und der geht bei mir von dort auf den Stutzen am Luftfilterkasten wo auch die Kurbelgehäuseentlüftung dran hängt.
Ich habe jetzt unter www.artique.com eine Zeichnug gefunden aus der hervorgeht das der Anschluss die kleine Bohrung ganz links oberhalb der Einstellschraube die richtige ist (siehe rechtes Bild) - also doch aufbohren und Stutzen anfertigen ??

gruß.....Bernd

von: altmannb

das ist der anschluß

nur bei den vergasermodellen wo der adf verbaut war , gab es noch keine verteiler mit unterdruckdose , deshalb wurde der mit an dem luftfilter angeschloßen
die fiat 131 und 132 mit adf´s hatten alle unten-liegenden verteiler ohne unterdruckdose

den spider gab es nie mit adf-vergasern

schließ den schlauch doch einfach mal an , bevor du am vergaser rumbohrst

mußt dann nachher nur den anschluß am luftfilter verschließen

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Hi Holger,
vielen Dank, habe das mal probiert, bringt aber nicht den gewünschten Erfolg -
an dem Anschluss liegt auch im Leerlauf ein hoher Unterdruck an der bei steigender Drehzahl fällt - sollte eigentlich umgekehrt sein und spricht dafür das der Anschluss auch seinen Unterdruck unterhalb und nicht oberhalb der Drosselklappen erhält oder sehe ich das falsch ???

Gruß....Bernd

von: altmannb

Gast
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Die Unterdruckdose MUSS den Unterdruck NACH der Drosselklappe bekommen.
Vor der Drosselklappe herrscht etwa der Umgebungsdruck.

Außerdem ist der Unterdruck keine Funktion der Drehzahl sondern der Last:
(Fast) kein Unterdruck = Vollast - großer Unterdruck = Keine Last.

Die Drehzahlverstellung erfolgt über Fliehkraftverstellung im Verteiler.
Es kann daher schon sein, daß der Unterdruck bei größerer Drehzahl kleiner wird - schließlich ist die Drosselklappe weiter geöffnet.

Gruß, Marcus

von: MarcusMüller

Gast
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Der Ansaugkrümmer kommt natürlich NACH der Drosselklappe.

Die Reihenfolge ist die, die auch die Luft auf dem Weg zur Verbrennung nimmt :D

Bei meinem Einspritzer ist auch der Verteiler nach der Drosselklappe angeschlossen - genauso wie auch der Schlauch zum Bremskraftverstärker.

Ein Anschluß vor der Drosselklappe macht keinen Sinn - da gibt es nichts zu "messen".

Gruß, Marcus

von: MarcusMüller

Hallo Marcus,

ich muss Dir leider widersprechen.
Die Bohrung für die Unterdruckdose zur "Früh"-Verstellung der Zündung sitzt beim Einspritzer 2000ie und beim Vergaser definitiv kurz vor der Drosselklappe bzw. die Bohrung wird am Rand noch von der Drosselklappe abgedeckt.
Ausnahmen bilden hier nur die Zündversteller mit doppelwirkender Unterdruckverstellung (mit "Früh"- und "Spät"-Verstellung) welche eine Schauchverbindung zu je einer Bohrung vor und hinter die Drosselklappe haben.
Die Unterdruckanschlüsse am Sammelrohr bzw. Ansaugstutzen gehen an den Bremskraftverstärker, an den Druckregler und an den Aktivkohlebehälter (wenn vorhanden).

Ob der hier angesprochene Vergaser 34ADF die Bohrung für die Unterdruckverstellung des Verteilers besitzt bzw. wo diese sitzt, kann ich leider nicht beantworten (hab noch nicht an Vergasermodellen des Spiders geschraubt).

Gruß,

Stefan

Gast
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hi Stefan,
ich bin da einer Meinung mit dir - ich habe auch mittlerweile mit einem Bekannten der 45 Jahre bei Porsche war und sich mit den Weber Vergasern der alten Modelle super auskennt gesprochen und der richtige Anschluss ist die obere Bohrung oberhalb der Dichtung auf dem nachstehenden Foto, d.h.man muss die Bohrung öffnen und einen Stutzen anfertigen - ich mach den Vergaser jetzt mal runter und mein Spezi wird dann die Bohrung machen und den Stutzen anfertigen.
Ich werde dann weiter berichten und ein Foto nach Beendigung beistellen.

gruß....Bernd

von: altmannb

Gast
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Hallo zusammen, das hat mir jetzt keine Ruhe gelassen und ich habe nochmal genau nachgelesen.

Es ist tatsächlich so, daß der Anschluß im Bereich der Drosselklappe liegt. So lange die Drosselklappe geschlossen ist, liegt er entweder unter oder sogar vor der Drosselklappe.
Wenn sich die Drosselklappe jetzt aber öffnet liegt der Unterdruckanschluß hinter der Drosselklappe im Bereich wo durch die teilweise geschlossene Drosselklappe ein Unterdruck entsteht.

Hier ein Dokument wo man das schön sehen kann (Seite 4): https://www.agvs-beo.ch/cmsfiles/zuendung_am.pdf

Der Spider hat übrigens nur eine Frühverstellung.

Durch genau diese Position erreicht man wohl einen ganz bestimmten Verlauf des Unterdrucks im Vergleich zur Last:
- Fast kein Unterdruck im Leerlauf
- Langsam steigender Unterdruck bei niedriger Last
- Max. Unterdruck bei mittlerer Last
- Kein Unterdruck bei Vollast

(Last bezogen auf die Drosselklappenstellung).

So macht das Ganze auch Sinn da es komplett vor der Drosselklappe bis auf die Strömungsverluste durch den Luftfilter keinen Unterdruck gibt. Der Bremskraftverstärker, der natürlich möglichst großen Unterdruch braucht ist daher auch komplett hinter der Drosselklappe angeschlossen.

Das bedeutet natürlich beim Vergaserauto, daß man genau die richtige Position für den Anschluß quasi unter der Drosselklappe haben muß damit es optimal funktioniert.

Gruß, Marcus

von: MarcusMüller

Genau,

und der Unterdruck entsteht durch die Strömungsgeschwindigkeit der Ansaugluft direkt an der Unterdruckbohrung im sich öffnenden Ringspalt der Drosselklappe. (furchbarer Satz :( ) Deshalb ist auch die exakte Position der Bohrung extrem wichtig. Ich glaube Bernoulli und Venturi haben sich über das Thema ausgelassen ...

Bei geschlossener Klappe ist die Bohrung offen zum Luftfilter und die Stömungsgeschwindigkeit an der Bohrung ist Null, somit auch der Unterdruck. Die Luft strömt in diesem Fall (Leerlauf und warmer Motor) zum größten Teil über die Leerlaufeinstellschraube beim IE und beim Vergaser über die Leerlaufgemischschraube.
Bei gering geöffneter Drosselklappe steigt die Strömungsgeschwindigkeit im Bereich der Bohrung sehr stark an und der Unterdruck nimmt zu, um bei sich weiter öffnender Drosselklappe und somit fallender Strömungsgeschwindigkeit an der Bohrung (großer Querschnitt) wieder abzufallen.
Gerade bei Vergaser ist die Unterdruckverstellung bei kaltem Motor wichtig, da die Startautomatik oder der Choke die Drosselklappe leicht öffnet und für eine max. Frühzündung über die Unterdruckdose sorgt (Motor wird u.a. schneller warm).
Aber genug der Worte. :)

Gruß,

Stefan

Wieder viel gelernt. :)

Freundliche Grüße,

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