Tipp: Wechsel der Unterdruckdose

Hallo zusammen,

da ich nicht immer nur Fragen im Forum stellen will hier auch mal ein Tipp wie man einfache Reparaturen selbst ausführen kann. Wäre sicherlich auch eine Überlegung dies allgemein im Forum einzuführen oder einfach in der Kopfzeile das Wort „Tipp:“ einzutragen und dann in der jeweiligen Kategorie zu posten.

Thema: Wechsel der Unterdruckdose am Verteiler

Auslöser: Optische Prüfung zeigt, dass der Stößel/Welle sich beim gasgeben nicht bewegt. Einfach Motorhaube auf und auf der Beifahrerseite über den Motorblock langen und den Gaszug betätigen und schauen ob sich der Stößel bewegt (2-3 mm in Richtung Unterdruckdose).

Auswirkung: Keine Verstellung des Zündzeitpunktes im oberen Drehzahlbereich, optimale Leistung wird nicht erreicht.

Prüfung # 1:
Schlauch an der Unterdruckdose abziehen und prüfen ob beim gasgeben ein genügend großer Unterdruck entsteht, wenn nicht den Schlauch prüfen. Der Schlauch endet unter der dicken runden Feder des Gaszuges. Wenn der Schlauch frei ist, nicht poröse ist und auch fest sitzt (also der Unterdruck unterwegs nicht verloren geht) einfach mit einem kleinen Draht mal in dem Stutzen des Luftkastens stochern (war bei mir total verrußt und zugesetzt).

Prüfung # 2:
Unterdruck ist vorhanden aber es bewegt sich nichts. Jetzt einfach mal mit einem Schraubenzieher versuchen ob der Stößel/Welle sich bewegen läst, am besten den Verteilerdeckel ab und auch gleich prüfen ob sich im Verteiler dann das untere Teil (auf dem der Hallgeber montiert ist) bewegt. Wenn sich das Teil im Verteiler nicht bewegt kann es auch sein, dass einfach nur die Welle/Stößel vom Bolzen gerutscht ist, um das zu beheben muss der Verteiler aber leider auch raus.

Prüfung # 3:
Bevor die neue Unterdruckdose eingebaut wir zur Sicherheit einfach mal in ausgebautem Zustand den Schlauch auf die neue Dose und prüfen ob die sich bewegt, wenn nicht wart ihr zu schnell mit dem kaufen und die Ursache liegt doch an zu wenig Unterdruck :)

Montage:
- Erstmal Platz schaffen: Luftschlauch (der schwarze dicke zwischen Luftmengenmesser und Einlasskasten raus), dann noch den Ausgleichsbehälter fürs Kühlwasser raus (sonst passt kein Schlüssel für die 17 er Schraube unter dem Verteiler).
- Motor mit eingelegtem vierten Gang auf oberen Totpunkt stellen und Handbremse ziehen (fragt jetzt nicht warum hat mir ein KFZ Meister gesagt):confused:
- Markierung der Verteiler-Gehäuse-Stellung zwischen Motorblock und Verteiler (einfach mit einem Schraubenzieher einritzen).
- Stellung des Verteilerfingers im Verteiler markieren: Meine Erfahrung ist, das durch die grobe Verzahnung der Welle es hier nicht auf 1-2 mm ankommt. Wenn man es versehentlich um einen Zahn versetzt, dreht sich das Ganze gleich um mehrere mm was nicht zu übersehen ist. Bei mir ist auf dem Gehäuse des Verteilers eine Kerbe und in dem beweglichen Teil ein Punkt eingestanzt
- Der Motor sollte eher kalt sein oder nur kurz gelaufen sein ansonsten verbrennt man sich schnell die Finger:D
- Verteiler ausbauen, auf der Rückseite die drei Schrauben lösen und Dose runter.
- Die Plastiköse des Stößels kann man durch drehen auf der Welle in der Länge/Position verschieben, sie sollte einfach so eingestellt werden wie die Alte (abmessen mit der Schieblehre) oder einfach prüfen ob das bewegliche Teil im Verteiler am hinteren Anschlag sitzt wenn die Schrauben festgezogen sind
- Beim Aufsetzen der neuen Dose darauf achten, dass die Plastiköse des Stößels auf dem Bolzen des Verteilers einrastet, dann erst die drei Schrauben wieder eindrehen.
- Jetzt das Ganze wieder rückwärts. Verteiler rein, Gehäuse nach der eingeritzten Markierung im Motorblock ausrichten. Prüfen ob der Verteilerfinger da steht wo er vorher war, wenn nicht Gehäuse noch mal ein stück raus und Welle um eine Verzahnung drehen usw. alles festziehen und das wars.
- Normalerweise sollte jetzt die Zündung neu eingestellt werden, wenn die aber vorher gut eingestellt war und alle Markierung wieder da sind wo sie vor der Demontage waren kann es auch ohne gehen (war bei mir jedenfalls so)

Aufwand: 30.- € für die neue Unterdruckdose und eine halbe Stunde arbeit.

Gefundene Fehler (bei mir waren es gleich drei):
- Verstopfung im Luftkasten
- Defekte Unterdruckdose (Membran defekt).
- Öse war überhaupt nicht eingehängt.

Ergebnis: Bessere Leistung im Bereich zwischen 3000-4000 Umdrehungen.

So ich hoffe alles genau beschrieben zu haben damit es von jedem nachvollziehbar ist und wer noch Anmerkungen hat soll sie gern beifügen (man kann nie genug wissen). Übrigens ich hatte meinen Spider schon dreimal in der Werkstatt (inklusive Einstellen der Zündung) und schon zweimal über dem TÜV und die defekte Unterdruckdose ist keinem aufgefallen!:mad:

Gruß
BB

<span class="anonymus">von: BB</span>

Gast
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Hallo BB,

sehr schöne Anleitung. Leider für mich 2 Wochen zu spät. :)
Bei mir war auch die Membran der Unterdruckdose defekt. Habe mich aber nicht getraut das selber zu wechseln, und hab den Spider in die Werkstatt gegeben.

Aber nun weiss ich wie ich es das nächste mal mache. ;)

Vielen Dank und weiter so!
Know How zum Spider kann man nie genug haben.

Gruß,
Marcus

von: Marcus